Der nachfolgende Text dient als Platzhalter und wird in Kürze ergänzt.

Die Erforschung des Prußischen, der Sprache der autochthonen baltischen Bevölkerung Preußens, war lange Zeit eine Domäne der deutschsprachigen Forschung. Darum verdient gemacht haben sich hervorragende deutsche Gelehrte wie Johann Severin Vater, Georg Heinrich Ferdinand Nesselmann, Reinhold Trautmann und Georg Gerullis. Die letzte umfangreiche auf Deutsch erschienene Schrift zum Prußischen war Janis Endzelins Altpreußische Grammatik, die noch 1944 in Riga als Übersetzung der entsprechenden lettischsprachigen Ausgabeveröffentlicht wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Forschung zum Prußischen vor allem in Litauen und Russland betrieben, wobei insbesondere die Arbeiten des an der Universität Vilnius wirkenden Baltisten Vytautas Mažiulis und des Moskauer Sprachwissenschaftlers Vladimir Toporov zu nennen sind.
Vytautas Mažiulis hat nicht nur die Neuedition der altpreußischen Sprachdenkmäler besorgt, sondern auch ein umfangreiches etymologisches Wörterbuch des Altpreußischen zusammengestellt. Ein ähnliches Projekt hatte Toporov verfolgt, von seinem etymologischen Wörterbuch sind allerdings nur die Bände 1-5 (bis zum Buchstaben M) veröffentlicht.
Für die Prußistik erfreulich ist die Tatsache, dass diese Forschungstradition jetzt von dem jungen an der Universität Vilnius lehrenden Sprachwissenschaftler Vytautas Rinkevičius fortgesetzt wird. Dieser hat ein grundlegendes Lehrbuch zum Prußischen verfasst, das dank einer Übersetzung von Harald Bichlmeier und Silke Brohm mit leicht geänderter Konzeption nun auch unter dem Titel „Altpreußisch. Geschichte, Dialekte, Grammatik“ (Baar-Verlag Hamburg) in deutscher Übersetzung vorliegt. Das Ergebnis ist ein profundes Handbuch des Prußischen, das das Wissen um diese Sprache, vor allem aber um seine historisch fassbaren zwei Dialekte, das Pomesanische und des Samländische, in kompakter Form darbietet. Abgerundet wird das Buch durch einige Lesestücke mit beigegebenen Faksimiles. Das Buch richtet sich nicht nur an Baltisten und Indogermanisten, auch der am Prußischen interessierte Laie wird aus der Lektüre dieses Buches Nutzen ziehen können.
Eine Vorstellung dieses Buches mit einer Einführung in die prußische Sprache und ihre Erforschung fand im Beisein des Autors und der Übersetzer am 29. November 2017 in der Litauischen Botschaft in Berlin, Charitéstr. 9 statt.

Das Buch „Altpreußisch. Geschichte, Dialekte, Grammatik“ kann im Buchhandel oder direkt bei Baar-Verlag (www.baar-verlag.com

 

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